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Herzpatho, Schrittmacher, Insult Herz- und Kreislauferkrankungen
Grundsätzliches: Es gibt eine Reihe allgemeiner und auch typischer Symptome, die den Verdacht auf Herz- und Kreislaufkrankheiten nahe legen. Da das Herz der zentrale Motor des Kreislaufs und damit der ganzen Versorgungssituation des Körpers ist, können Symptome zu erwartender Weise über den ganzen Körper verstreut auftreten:
Weiterhin gibt es eine ganze Reihe von Faktoren, die grundsätzlich das Herz und die Gefäße schwächen oder schädigen können. Die wichtigsten sind:
Hypertonie = BluthochdruckUrsachen: Zahlreiche Risikofaktoren fördern die Entstehung des hohen Blutdrucks, auch wenn die Ursachen in den meisten Fällen ungeklärt bleiben. Dazu gehören alle oben bereits allgemein genannten Faktoren. Symptome:
Therapie: Je nach den möglichen Ursachen:
Komplikationen: Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Linksherzhypertrophie, Niereninsuffizienz, Sehstörungen, Erblinden durch Netzhautblutung, Gangrän.
Differentialdiagnose: Beachte, dass sich der Blutdruck unter zahlreichen Umständen stark ändern kann. Während einer intensiven Behandlung kann er steigen, was als normale Reaktion anzusehen wäre. Körperliche Aktivitäten erhöhen den Blutdruck (mindestens 15 Minuten lang nach Treppensteigen), morgens ist er höher als abends, Kleinkinder haben einen niedrigeren Blutdruck als Erwachsene.
Hypotonie = Niedriger BlutdruckSystole unter 110 mmHg (Â) bzw. unter 100 mmHg (À), Diastole unter 60 mmHg.
Ursachen: In der Regel scheint ein niedriger Blutdruck anlagebedingt zu sein.
Bis auf akutmedizinische Ursachen (wie Blutverlust, Herzrhythmusstörungen) sind keine bekannt. Im englischsprachigen Raum wird Hypotonie im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum nicht als Krankheit angesehen.
Symptome:
Therapie: Flach hinlegen, Beine hoch lagern. Ansonsten ursächlich behandeln. Corodin, ätherische Öle, Schwarztee, Kaffee.
Komplikationen: Menschen mit niedrigem Blutdruck neigen dazu, bei raschen Lageveränderungen mit Schwindel, „Schwarzwerden vor den Augen“ oder Ohnmacht zu reagieren. Ansonsten leben Menschen mit niedrigem Blutdruck im Allgemeinen länger.
Differentialdiagnose: Unterfunktion der Schilddrüse Erkrankungen des Herzens
Das normale Herzgewicht variiert mit dem Körpergewicht und der Körpergröße, es liegt bei ca. 300 - 350 g bei Männern und bei 250 - 300 g bei Frauen. Die Dicke der linken Kammerwand schwankt zwischen 13 und 15 mm, die der rechten zwischen 3 und 5 mm. Das Herz pulsiert ab dem 4. Schwangerschaftsmonat. Am Ende wird mit dem entgültigen Ausbleiben des Herzschlages der Tod gleichgesetzt.
Täglich fördert das Herz bei einer Auswurffaktion von je rund 70 ml über die beiden Kammern jeweils etwa 6.000 Liter, beide Kammern zusammen also rund 12.000 Liter Blut. (Pro Tag!)
Normales EKG: mit P, Q, R, S und T-Welle als an der Körperoberfläche abgeleitetes elektrisches Abbild der Herzaktion.
Das Herz passt seine Schlagzahl und Schlagkraft den äußeren Erfordernissen äußerst flexibel an. Dieser außergewöhnlichen, meist unbemerkten Leistung wird man gewöhnlich erst dann gewahr, wenn das Herz an Funktionsfähigkeit einbüßt, sei es z. B. durch Unregelmäßigkeiten (Arrhythmien) oder Leistungseinbuße = Herzinsuffizienz (Insuffizienz = Schwäche).
Folgende krankhafte Bedingungen führen zu einem Verlust der gesunden Herzleistung und damit zu einem Absinken des Herzzeitvolumens (HZV):
Herztöne und HerzgeräuscheTüren zuschlagen macht krach. Bei der Auskultation des gesunden Herzens hört man die Anspannungstöne der Kammern und den Schließton der Klappen:
Diese nennt man Herztöne.
Treten pathologische Befunde auf, werden diese als Herzgeräusche bezeichnet. Je nach vorliegender Störung kann es zu zahlreichen Geräuschen kommen wie Veränderungen des Rhythmus, Strömungsgeräuschen, Spaltung der Herztöne etc.
Merke daher:
Tachykardie = HerzjagenHerzrhythmusstörung mit einem Anstieg der Herzfrequenz auf über 100 Schläge pro Minute.
Extreme Formen der Tachykardie sind das
Während beim Kammerflattern der Puls noch tastbar ist, findet beim Kammerflimmern kein Blutauswurf aus dem Herzen mehr statt, es gibt keine Pulswelle mehr. Das Kammerflimmern ist mit einem Herzstillstand gleichzusetzen und muss intensivmedizinisch wie ein solcher behandelt werden.
BradykardieSinkt die Herzschlagfolge auf unter 60 Schläge pro Minute ab, so spricht man von einer Bradykardie. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, wird heute oftmals ein Herzschrittmacher eingesetzt.
Häufige Auslöser der Bradykardie sind nicht selten Herzmedikamente, die den Blutdruck senken sollen.
Gut durchtrainierte Leistungssportler haben oft eine Bradykardie (Puls z. B. um 40), ohne dass dies als pathologisch anzusehen wäre.
Arrhythmie = HerzrhythmusstörungUnregelmäßiger oder fehlender Rhythmus des Herzens. Auch Extrasystolen gehören mit dazu.
Hält die Arrhythmie über lange Zeit an und beeinträchtig die übrige Gesundheit, wird ein Herzschrittmacher (à Herzschrittmacher) eingepflanzt. Hierzu werden eine oder zwei Elektroden in das Herz vorgeschoben, welche mit einem Impulsgenerator die Herzmuskulatur zur geregelten Kontraktion anregen.
Bei einigen Menschen ist der Herzrhythmus von der Atmung abhängig. Hier spricht man von einer atemabhängigen Arrhythmie, was jedoch keine pathologische Störung darstellt. In der Regel kommen auf einen Atemzug ca. 4 Herzschläge[1]. HerzinsuffizienzDefinition: Unzureichende Leistung des Herzens, womit meistens eine Schwäche des Herzmuskels = Myokardinsuffizienz gemeint ist. Ursachen:
o Im Endokard: Klappeninsuffizienz und / oder Klappenstenose o Im Myokard: Herzmuskelentzündung = Myokarditis o Im Perikard: Panzerherz durch Perikarditis o In den Herzkranzgefäßen: koronare Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt o Reizleitungsinsuffizienz durch Blockade reizweiterleitender Muskelfasern oder Bindegewebe im Herzen. Symptome: Allgemeine Symptome sind Herzstechen, Herzrasen, Unwohlsein, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Blutdruckkrisen, Schmerzen in den Armen und / oder in der Brust sowie eine herabgesetzte Belastbarkeit.
Es können aber auch über lange Zeit gar keine Symptome auftreten, was meistens dann fehlinterpretiert wird. Wenn nun obendrein bei der klinischen Untersuchung „alle Herzwerte sind o. k.“ festgestellt wird, wird eine wichtige Phase, in der das Herz zwar stark angeschlagen, organisch aber noch intakt ist, für die Therapie verpasst.
Therapie:
LinksherzinsuffizienzUrsachen: Alle Krankheiten des Herzens, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Hypertonie, Herzfehler.
Symptome: Atemnot insbesondere im Liegen, Lungenstauung, Zyanose, Reizhusten (!), Asthma cardiale, Lungenödem, schaumiger Auswurf.
Therapie: Die übliche Therapie ist medikamentös. Siehe Herzinsuffizienz.
Komplikationen: Ein Herzinfarkt kann eine akute Linksherzinsuffizienz mit schlagartig entstehendem Lungenödem hervorrufen. Es entsteht Todesangst, hochgradige Atemnot, schaumiger Auswurf und Herzrasen.
RechtsherzinsuffizienzUrsachen: Linksherzinsuffizienz, Herzinfarkt, Cor pulmonale, Lungenembolie, Herzmuskelkrankheiten, Herzfehler
Symptome: Stauungen: Ödeme an den Füßen und Beinen, die nach dem Eindrücken bleiben, gestaute Beine, Stauungsleber, Nykturie (!)
Therapie: Die übliche Therapie ist medikamentös. Siehe Herzinsuffizienz.
Komplikationen: Linksherzinsuffizienz, globale Herzinsuffizienz
Angina pectorisVorübergehende Insuffizienz der Koronargefäße
Ursachen:
Symptome: Engegefühl in der Brust. Typische Schmerzlokalisation!
Therapie: Medikamentös: Nitroglycerin, Betablocker. Meist sind bis zur Notaufnahme die Symptome schon verschwunden. Daher ist „Ruhe bewahren“ oft die bessere Therapie, sofern man sich seiner Sache sicher ist, denn ...
Komplikationen: Jeder Angina pectoris-Anfall ist grundsätzlich als Vorbote eines Herzinfarktes zu betrachten!
Differentialdiagnose: Herzinfarkt.
HerzinfarktUrsachen: Wie beim Angina pectoris Anfall
Symptome: Wie beim Angina pectoris Anfall. Jedoch verschwinden die Symptome nach Einnahme von Nitroglycerin nicht.
Therapie:
Komplikationen: Tod durch Herzversagen.
HerzschrittmacherUnter diesem Begriff versteht man 1. den physiologischen Herzschrittmacher Sinusknoten, der als Erregungsbildungszentrum des Herzens arbeitet, 2. einen künstlichen Schrittmacher, der als elektronischer Impulsgenerator das Myokard stimuliert: BallonkatheterZur mechanischen Aufweitung einer arteriosklerotischen Arterie oder eines Herzkranzgefäßes wird ein Stent (= Gefäßstütze) in das betroffene Gefäß geschoben.
Anschließend wird der Ballon aufgeblasen und der Stent presst und die umliegenden Plaques in die Gefäßwand. Ein Filter verhindert, dass abgelöste Embolie tiefer in die Gefäße eindringen. Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungeninfarkt, Schockniere, RaucherbeinGrundsätzlich kann es in jedem Organ zum plötzlichen Gefäßverschluss oder, als entgegen gesetztes Phänomen, zu einer Massenblutung kommen.
Je nach Dauer, Stärke und Lokalisation kommt es dabei zum Untergang von Gewebe, und zwar „schlagartig“, „aus heiterem Himmel“, „unvorhersehbar“. Die Ursachen liegen aber oft schon Jahre zurück, Vorzeichen wurden missachtet.
[1] Da es Anzeichen gibt, dass alle Tiere eine gleiche Anzahl von Atemzügen und damit auch Herzschlägen von der Geburt bis zum Tod haben, könnte jede pathologische Beschleunigung der Atemfolge bzw. der Herzschläge eine Verkürzung des Lebens zur Folge haben – und umgekehrt. - So werden Vermutungen angestellt, das jedes Tier (und so auch der Mensch) nach ca. 3 Milliarden Herzschlägen bzw. knapp 800 Millionen Atemzügen stirbt. [2] engl. = stroke |
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