|
UroGenital Nieren und BlaseAufgaben:Die Aufgaben des Harnapparates sind:
Nieren (Ren)Die Nieren liegen hinter der Bauchhöhle (retroperitoneal) beidseits der Wirbelsäule in Nierenlagern in der Lendengegend. Die rechte Niere liegt auf Grund der Raumforderung der Leber etwas tiefer als die linke Niere. Ihre Position halten sie im Wesentlichen durch ihre Blutgefäße, durch die sie mit der Aorta und der Vena cava verbunden sind.
Jede Niere hat ca. 1,2 Millionen Nephrons, die in das Nierenbecken münden. Im Schnittpräparat der Nieren erkennt man die dunklere Nierenrinde sowie das hellere Nierenmark mit den Nierenpyramiden. 8 bis 12 derartiger Pyramiden sind pro Niere erkennbar. Mit ihrer Spitze münden sie alle gemeinsam in das Nierenbecken ein.
NebennierenAuf den oberen Nierenpolen sitzen die Nebennieren auf, welche eigene Organe (Hormondrüsen) sind und daher beim endokrinen System besprochen werden.
Arbeitsweise der NierenBeide Nieren gemeinsam werden pro Tag von ca. 1.600 Litern Blut durchströmt. Aus diesen wird ca. 160 Liter Primärharn und schließlich ca. 1,6 Liter Endharn gebildet.
Im Folgenden wird die Arbeitsweise eines einzelnen Nephrons beschrieben:
Juxtaglomerulärer ApparatDurch permanente Messung von Blutdruck und Blutvolumen wird im Juxtaglomerulären Apparat und der Macula densa ermittelt, ob durch das Signal „Durst“ vermehrt Wasser und Salz aufgenommen oder durch Diurese[2] das Blutvolumen vermindert werden soll.
Bei Flüssigkeitsmangel wird hier das Hormon Renin ausgeschüttet, welches Durstgefühl erzeugt. Weiterhin fördert es die Ausschüttung von weiteren Hormonen wie dem Aldosteron der Nebennieren. Dieses wirkt auf den Salzhaushalt ein, indem Salz in den Nieren zurück gehalten wird.
(Vergleiche hierzu: Endokrines System, Renin-Angiotensin-Aldosteron-System.) Zusammensetzung des HarnsDer Endharn besteht aus
Ableitende Harnwege und BlaseVon den Nierenbecken ausgehend wird der Harn über die ca. 25 cm langen Ureter (Harnleiter) in peristaltischen Wellen in die Harnblase transportiert. Die Wand des Harnleiters ist innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet und besitzt eine kräftige Muskulatur.
Unter dem Bauchfell liegt die Harnblase hinter dem Schambein (Symphyse) am Beckenboden. Je nach Füllungszustand wechselt die Größe der Blase erheblich und kann bei Maximalfüllung gut über das Schambein hinaus reichen. Ab 350 ml entsteht Harndrang, ca. 700 ml können gerade noch ertragen werden, das Fassungsvermögen der Blase beträgt jedoch 2.000 ml = 2 Liter.
Die Muskulatur der Blase erlaubt eine rasche und kräftige Anpassung an Volumenveränderungen, wobei der Blasendruck bei Entleerung nicht nachlässt. Auch hier schützt ein spezielles Epithel die Blasenmuskulatur vor dem (ggf. sehr sauren) Harn.
Wie auch das Rektum verfügt die Blase an ihrem Ausgang über zwei Schließmuskeln, von denen der innere unwillkürlich ist und vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird, während der äußere willkürlich ist.
Über die Harnröhre fließt der Harn aus der Harnblase ab:
Die GeschlechtsorganeIm Augenblick der Verschmelzung von Samen und Eizelle steht zwar das genetische Geschlecht auf Grund der Chromosomenverteilung fest (xx = Frau, xy = Mann), die Geschlechtsorgane nehmen jedoch teilweise erst kurz vor und nach der Geburt ihren entgültigen Platz ein: Hoden bzw. Ovarien wandern aus dem Bauchraum nach unten in das Skrotum (Hodensack) bzw. Becken.
Sekundäre Geschlechtsmerkmale (Behaarung, Brüste, Stimmlage, Körperbau) entwickeln sich erst mit der Pubertät geschlechtsspezifisch aus.
Primäre Geschlechtsorgane sind alle Organe, die unmittelbar der Fortpflanzung dienen: Hoden, Nebenhoden, Samenwege, Penis bzw. Ovarien, Tuben, Uterus, Vagina, Vulva. Männliche GeschlechtsorganeSamenzellen, die in den Hoden ab der Pubertät lebenslang produziert werden (Spermatogenese), werden in den Nebenhoden gespeichert. Bei der Ejakulation gelangen 200 bis 300 Millionen Spermien über die Samenleiter in die Prostata, wo sie mit Prostatasekreten im Verhältnis 1 zu 9 angereichert werden. Erst mit Hilfe dieser Sekrete erlangen die Spermien ihre Beweglichkeit. Unterhalb von 40 Millionen Spermien besteht das Risiko von Unfruchtbarkeit von Seiten des Mannes.
Erektion und Ejakulation werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert:
Die Entwicklung und Lagerung der Spermien im Hodensack außerhalb des Rumpfes entziehen sich diese der für sie schädlichen Körpertemperatur.
In den Leydig-Zwischenzellen der Hoden wird das männliche Geschlechtshormon Testosteron gebildet.
Testosteron fördert die Produktion von Spermien, das Wachstum der äußeren Geschlechtsorgane, der sekundären Geschlechtsmerkmale und das geschlechtsspezifische Verhalten. Beim Mann ist die Testosteron-Konzentration ca. 15-mal höher als bei der Frau und sinkt im Alter langsam ab.
Weibliche GeschlechtsorganeIn den Ovarien wachsen die Eizellen zyklusabhängig heran und gelangen nach dem Eisprung in den Eileiter. Wird ein Ei nicht befruchtet, geht es nach 12 Stunden zu Grunde und es kommt ca. 15 Tage später zur Abbruchblutung der Uterusschleimhaut.
Wurde das Ei befruchtet, nistet sich dieses in die Schleimhaut des Uterus ein. Das Gelbkörperhormon aktiviert die Hypophyse, die wiederum komplexen Vorbereitungen für den weiblichen Organismus zur Austragung der Frucht sicherstellt. Die Uterusschleimhaut hypertrophiert, eine Plazenta zur Ernährung des heranwachsenden Embryos entsteht und nach 263 bis 269 Tagen kommt es nach wiederholten Kontraktionen der Gebärmutter zur Austreibung des Kindes. |
|||